Freizeit
Schnitzen und Sägen: Faszination Holz bearbeiten

Anita Zulauf
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Anita Zulauf
Jedes Kind bekommt ein eigenes Schnitzmesser zum Mit-nach-Hause-nehmen. Freudiges Gejubel. Dann erklären wir ihnen die Schnitzregeln: Mit dem Messer in der Hand sitzen bleiben, immer vom Körper weg schnitzen und das Messer hinlegen, bevor man aufsteht. Dann machen wir uns auf in den Wald, um geeignete Äste zu suchen. Weiteres Material für Steinschleudern hatten wir mitgebracht. Schon bald sägen die Kinder eifrig überflüssige Astgabeln weg und schnitzen, dass ihnen die Späne um die Ohren fliegen. Versonnen arbeiten sie vor sich hin. Sogar Finn, der normalerweise immer irgendwo unterwegs ist, bleibt konzentriert und raspelt die Rinde von seinem Stecken runter. Zwar handhabt er das Messer für einen Zweijährigen relativ souverän. Aber nicht nur einmal müssen Nicole und Patrick ihn ermahnen, aufzupassen und nicht rumzufuchteln, was er mit energischem «nei, sälber» kommentiert. Das führt zu nicht ganz ungefährlichen Situationen. Schnitzen ist anstrengend und braucht Kraft. Darum gehen die Kinder immer wieder spielen oder sich im Bach abkühlen. Doch schon bald sitzen sie wieder an ihren Schleudern und arbeiten weiter. Als sie mit der Schnitzarbeit zufrieden sind, befestigen sie ein Latexband an den Gabeln links und rechts, in der Mitte wird ein Lederstück eingebunden. Dann gehts los, Steine wirbeln durch die Luft und in den Bach. Das macht sichtbar viel Spass. Die Kinder haben gut gearbeitet, sind respektvoll und konzentriert mit den Werkzeugen umgegangen. Pflaster und Verband bleiben unbenutzt.
Erlebnisbarometer: 10
Der sichere Umgang mit Messer, Beil und Säge stärkt Selbstwert, Kraft, Motorik, Fokus und Konzentration; etwas entstehen lassen aus einem Naturprodukt ist ein spezielles Erlebnis.
Risikobarometer: 5
Kann zu Verletzungen führen; kleine Kinder unbedingt beaufsichtigen.
Eltern-Angstbarometer: 4
Patrick: «Ich war erstaunt, wie konzentriert Finn beim Schnitzen bei der Sache war. Der Umgang mit dem Messer war noch etwas unkoordiniert, wenn wir helfen wollten, wurde es schon mal gefährlich. Aber grundsätzlich wars okay für mich.»
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